Mit GRÜSSE AUS FUKUSHIMA zog es Doris Dörrie erneut nach Japan, einem Land, das sie seit den Anfängen ihrer Filmkarriere immer wieder bereist. Ihre Verbundenheit zu Japan und der japanischen Mentalität schien schon früher in ihren Filmen durch und manchmal rückte sie sogar ins Zentrum, wie z.B. in ERLEUCHTUNG GARANTIERT (2000) mit Uwe Ochsenknecht und Gustav Peter Wöhler in den Hauptrollen oder dem Dokumentarfilm HOW TO COOK YOUR LIFE (2007) über den Zen-Lehrer Edward Espe Brown. Und nicht zuletzt KIRSCHBLÜTEN – HANAMI, der 2008 mit Elmar Wepper und Hannelore Elsner in den Hauptrollen ein großer Publikumserfolg wurde, stellt gewissermaßen auch eine Liebeserklärung Doris Dörries an Japan und das japanische Kino dar.

Erste Stationen in der Karriere der gebürtigen Hannoveranerin waren Studienaufenthalte in Kalifornien und New York, bevor sie 1975 ein Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film in München begann und nebenbei Filmkritiken für die Süddeutsche Zeitung schrieb. Nach Abschluss ihrer Studien arbeitete Dörrie zunächst als freie Mitarbeiterin für verschiedene Fernsehsender und drehte Dokumentarfilme. Ihr erster großer Filmerfolg war das Beziehungsdrama MITTEN INS HERZ (1983). Der Film feierte seine Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig, gewann Anfang 1984 beim Filmfestival Max Ophüls Preis den Publikums- sowie einen Förderpreis und lief im Programm des Internationalen Filmfestivals in Tokio.

Berühmt wurde Doris Dörrie 1985 mit dem Sensationserfolg MÄNNER, für den sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde und der zugleich den Siegeszug der deutschen Beziehungskomödie begründete, der bis heute anhält. Es folgten u.a. die Tragikomödie PARADIES (1986), die internationale Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Alberto Moravia ICH UND ER (1988), für den Bernd Eichinger sie gewinnen konnte, und die Verfilmung des Jakob Arjouni-Krimis HAPPY BIRTHDAY, TÜRKE! (1992).

Bereits seit 1987 veröffentlicht Doris Dörrie Erzählungen und Kurzgeschichten, die sich mehr und mehr mit ihren Filmfiguren vermischten. So bringt sie Figuren aus ihrer Kurzgeschichtensammlung „Für immer und ewig“ mit ihrem Film KEINER LIEBT MICH (1995) auf die große Leinwand und auch die Filmcharaktere aus BIN ICH SCHÖN? (1998) kann man in ihren Erzählungen wieder entdecken.

Doris Dörrie unterrichtet seit 1997 als Professorin für Angewandte Dramaturgie und Stoffentwicklung an der Hochschule für Fernsehen und Film München.

Zwischen 2001 und 2006 inszenierte Dörrie darüber hinaus mehrere Opern, wie z.B. für die Berliner Staatsoper mit Daniel Barenboim Così fan tutte (2001) und mit Kent Nagano Turandot (2003) sowie für die Salzburger Festspiele Mozarts La finta giardiniera (2006). Zeitgleich entstanden ihre Kinofilme ERLEUCHTUNG GARANTIERT (2000), die Beziehungskomödie NACKT (2002, u.a. mit Heike Makatsch, Nina Hoss, Jürgen Vogel und Benno Fürmann) sowie DER FISCHER UND SEINE FRAU (2005) mit Alexandra Maria Lara und Christian Ulmen in den Hauptrollen.

Regisseurin, Drehbuchautorin, Professorin, Opernregisseurin und immer wieder auch Autorin. Neben den bereits erwähnten Erzählbänden verfasste Doris Dörrie seit 1998 eine Reihe erfolgreicher Kinderbücher. Für Das blaue Kleid wurde sie 2003 mit dem Deutschen Bücherpreis ausgezeichnet. Ihren 2011 erschienenen Roman Alles inklusive brachte sie 2014 mit Hannelore Elsner, Axel Prahl und Nadja Uhl in den Hauptrollen auf die große Leinwand. Zuletzt war ihr Dokumentarfilm DIESES SCHÖNE SCHEISSLEBEN (2014) über die wenigen weiblichen Mariachi in Mexiko in den Kinos zu sehen.

Doris Dörrie ist eine Ausnahmeregisseurin und -autorin, die ihr Publikum immer wieder begeistert und überrascht. Ihre Geschichten erzählen von den Höhen und Tiefen des Lebens, von den Tücken der Liebe, des Älter- und Altwerdens, immer mit einem unverstellten Blick auf die Wirklichkeit und ungeheurem Mitgefühl.

Doris Dörrie ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und lebt in München.



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