Die in Tokio geborene Darstellerin Kaori Momoi gilt in Japan als eine Legende. Einem internationalen Publikum ist sie vor allem aus DIE SONNE (2005) von Aleksandr Sokurov und der Bestsellerverfilmung DIE GEISHA (2006) von Rob Marshall bekannt. Genre-Fans kennen sie darüber hinaus aus SUKIYAKI WESTERN DJANGO von Takashi Miike, einem japanischen Film aus dem Jahr 2008 im Stil der Italo-Western, in dem sie unter anderem an der Seite von Quentin Tarantino gespielt hat. Darüber hinaus spielte sie neben William Hurt, Maria Bello und Kristen Stewart in dem US-Indiedrama DAS GELBE SEGEL (2009, Regie: Udayan Prasad).

Als Tochter eines Politik-Professors und einer Schmuckdesignerin wuchs Kaori Momoi in Tokio auf. Im Alter von 12 Jahren zog sie nach London, um dort drei Jahre an der britischen Royal Academy of Dance zu studieren. Nach ihrer Rückkehr machte sie an der japanischen Theaterschule Bungakuza – School of Dramatic Arts in Tokio ihren Abschluss. Vor der Kamera sah man sie erstmalig 1971 in Kon Ichikawas TO LOVE AGAIN. In den darauf folgenden Jahren wurde sie zu einer der führenden Schauspielerinnen Japans. Unter Akira Kurosawa spielte sie in dem japanischen Filmklassiker KAGEMUSHA (1980). Für ihre Rolle in DER DIEB UND DIE GEISHA (1984, Regie: Shôhei Imamura) wurde sie für den Japanese Academy Award nominiert. Momois Filmkarriere umfasst bis heute mehr als 60 Filme in über 30 Jahren. Man sah sie in den Filmen zahlreicher berühmter Regisseure wie z.B. Akira Kurosawa, Yôji Yamada, Shôhei Imamura, Kôki Mitani, Takashi Miike, Rob Marshall u.v.a. 2006 führte sie darüber hinaus selbst Regie für den Film ICHIJIKU NO KAO (internationaler Titel: FACES OF A FIG TREE), bei dem sie auch für das Drehbuch verantwortlich war und die Hauptrolle spielte.

Kaori Momoi wurde in Japan vielfach für ihre darstellerischen Leistungen ausgezeichnet. So wurde sie in den Jahren 1978 und 1980 mit dem Japanese Academy Award geehrt: als Beste Nebendarstellerin in THE YELLOW HANDKERCHIEF von Yôji Yamada und als Beste Hauptdarstellerin in MO HOZUE WA TSUKANAI von Yôichi Higashi. Weitere drei Nominierungen wurden ihr für den wichtigsten Filmpreis Japans zuteil, zuletzt im Jahr 2007 für eine erneute Zusammenarbeit mit Yôji Yamada in LOVE AND HONOR – BUSHI NO ICHIBUN. 1983 wurde sie beim New York International Film Festival als Beste Darstellerin für ihre Rolle in VERDACHT unter der Regie von Yoshitarô Nomura ausgezeichnet.

Neben ihrer Schauspielerei verfolgt Momoi verschiedene Filmprojekte als Produzentin, Regisseurin und Drehbuchautorin. Zu ihren jüngsten Filmprojekten zählt eine Mutter-Tochter-Tragödie mit dem Titel ROOM, deren Dreh in Mexiko stattfinden soll. Darüber hinaus bringt sie unter dem Titel Momoi in Maki ihre eigene Schmuckkollektion heraus. Als Sängerin veröffentlichte sie 15 Alben und organisiert Jazz-Veranstaltungen in Tokio.



!-- SCRIPTS -->